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Wärmepumpe

Was ist eine Wärmepumpe?

Eine Wärmepumpe ist eine Heizungs- und Klimatisierungstechnologie, die es ermöglicht, Wärme von einem Ort mit niedrigerer Temperatur zu einem Ort mit höherer Temperatur zu transportieren. Im Gegensatz zu konventionellen Heizsystemen, die Wärme durch Verbrennung von fossilen Brennstoffen erzeugen, nutzt eine Wärmepumpe vorhandene Wärmequellen in der Umgebung, wie z.B. Luft, Boden oder Wasser, um Gebäude zu beheizen oder zu kühlen.

Wärmepumpen erzeugen aus einer Kilowattstunde Strom ein Mehrfaches an Wärmeenergie und sind deshalb sehr effizient und umweltfreundlich, da sie Wärmeenergie aus erneuerbaren Quellen gewinnen und im Vergleich zu herkömmlichen Heizsystemen signifikant weniger Energie benötigen.

Wie funktioniert eine Wärmepumpe?

Eine Wärmepumpe besteht aus einem geschlossenen Kreislauf, indem ein Kältemittel (z.B. R290 – Propan) zirkuliert und den folgenden vier grundlegenden Komponenten:

1. Verdampfer
Durch Umweltwärme wird das flüssige Kältemittel im Verdampfer Gasförmig

2. Verdichter/ Kompressor
Der Verdichter komprimiert das Kältemittel mit Hilfe von Strom. Dadurch steigt die Temperatur des Kältemittels

3. Kondensator
Im Wärmetauscher wird dem Kältemittel die Wärme entzogen und zur Heizung weitergeleitet. Das Kältemittel kühlt ab und wird wieder flüssig

4. Expansionsventil
Der Druck wird verringert, wodurch die Temperatur weiter sinkt. Das Kältemittel entspannt sich und kühlt dadurch weiter ab. Nun kann es wieder zum Verdampfer gelangen. Durch neue Umweltwärme kann der Prozess von vorne beginnen.

Welche Wohngebäude eignen sich für eine Wärmepumpe?

 

Entgegen einer noch immer verbreiteten Meinung sind Wärmepumpen keineswegs nur für Neubauten oder vollständig sanierte Gebäude geeignet. Aktuelle Feldstudien des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE zeigen, dass Wärmepumpen auch in vielen Bestandsgebäuden effizient betrieben werden können. Entscheidend ist dabei weniger das Baualter des Gebäudes als vielmehr die für die Beheizung erforderliche Vorlauftemperatur.

Eine wichtige Orientierung bietet hierbei der sogenannte „Niedertemperatur-Ready“-Standard (NT-Ready). Ein Gebäude gilt als NT-Ready, wenn es auch an kalten Wintertagen mit einer Heizungs-Vorlauftemperatur von maximal etwa 55 °C zuverlässig beheizt werden kann. Unter diesen Voraussetzungen ist ein effizienter und wirtschaftlicher Wärmepumpenbetrieb in der Regel gut möglich.

Dabei ist eine Fußbodenheizung keineswegs zwingend erforderlich. Auch vorhandene Heizkörper können für den Wärmepumpenbetrieb geeignet sein, wenn sie ausreichend dimensioniert sind. Häufig reicht bereits der gezielte Austausch einzelner zu kleiner Heizkörper oder die Durchführung überschaubarer energetischer Maßnahmen aus, um die erforderliche Vorlauftemperatur auf ein geeignetes Niveau zu reduzieren.

 

Wärmepumpen-Check: Eignung prüfen und individuelle Einschätzung erhalten

Ist Ihre Immobilie für eine Wärmepumpe geeignet? Finden Sie es jetzt unkompliziert heraus – mit dem Wärmepumpen-Check von heiz.report.

Geben Sie einfach Ihre E-Mail-Adresse an und erhalten Sie per Mail einen persönlichen Zugangslink zum Formular. Nach Beantwortung einiger Fragen zu Ihrem Gebäude, dem aktuellen Heizsystem und dem bisherigen Energieverbrauch erhalten Sie eine fundierte Ersteinschätzung, ob und wie sich eine Wärmepumpe in Ihrem Zuhause sinnvoll einsetzen lässt.

Aktuelles Thema

Vortrag über „Wärmepumpen im Gebäudebestand: Technische und praktische Grenzbereiche“ auf dem Herbstforum Altbau 2022 von Carsten Herbert, besser bekannt als „Energiesparkommissar“.

Vertrauen ist gut, messen ist besser: Strom- und Wärmemengenzähler zeigen, wie effizient Ihre Wärmepumpe tatsächlich arbeitet. Die gemessene Jahresarbeitszahl ist der beste Ausgangspunkt, um unnötige Verbräuche und Optimierungspotenziale zu erkennen.

Ab wann ist ein Gebäude NT-Ready?

Grundsätzlich gilt: Je niedriger die erforderliche Vorlauftemperatur, desto effizienter arbeitet eine Wärmepumpe. Das bedeutet jedoch nicht, dass ein Gebäude ganzjährig mit 35 °C Vorlauftemperatur betrieben werden muss. Entscheidend ist vielmehr der Temperaturbedarf über die gesamte Heizperiode. Hohe Vorlauftemperaturen werden in der Regel nur an wenigen besonders kalten Tagen benötigt. Während des überwiegenden Teils der Heizperiode kann die Heizungsanlage mit deutlich niedrigeren Temperaturen betrieben werden.

Selbst wenn an sehr kalten Wintertagen Vorlauftemperaturen von bis zu etwa 55 °C erforderlich sind, kann eine Wärmepumpe deshalb über das gesamte Jahr eine gute Effizienz erreichen. Entscheidend für die Jahresarbeitszahl ist nicht ein einzelner Extremtag, sondern das Zusammenspiel aus Außentemperaturen, Heizkurve, erforderlichen Vorlauftemperaturen und der Qualität der gesamten Anlagenplanung.

Basierend auf diesen Ergebnissen hat das ifeu folgende Empfehlung definiert:

„Gebäude sind NT-Ready, wenn Maßnahmen der Wärmedämmung, Heizkreisoptimierung oder effizienten Warmwasserbereitung soweit vollzogen sind, dass mit einer maximalen Heizwasser-Vorlauftemperatur von 55°C die von den Raumnutzern geforderte Raumtemperatur gewährleistet ist.“

Wie erreicht man eine maximale Vorlauftemperatur von 55°C?

Die Vorlauftemperatur einer Heizungsanlage hängt im Wesentlichen von zwei Größen ab:

1. von der Heizlast der Räume:
Die Gebäudeheizlast ist die Wärmemenge, die erforderlich ist, um ein Gebäude am kältesten Tag des Jahres (ist regional verschieden) auf eine bestimmte Innentemperatur (in der Regel 22°C) zu heizen und aufrechtzuerhalten. Sie ist abhängig von der beheizten Fläche und dem Dämmzustand der thermischen Hüllflächen.

2. von der Heizleistung der Heizkörper:
Das ist die Wärmemenge, die ein Heizkörper oder eine Flächenheizung an den Raum abgibt. Sie ist abhängig von der Heizkörperart und -größe.

Welche Dienstleistung für die Auswahl einer geeigneten Wärmepumpe biete ich an?

Häufig ist eine Heizlastberechnung und ein Hydraulischer Abgleich für Projekte, die durch die KfW-Förderbank und das BAFA gefördert werden, zwingend erforderlich.

Im Rahmen kleiner und mittlerer Projekte für die Auslegung von Wärmepumpen biete ich folgende Dienstleistungen an:

  • Gebäude- und raumweise Heizlastberechnung
  • Auslegung der Wärmepumpenleistung unter zusätzlicher Berücksichtigung des TWW-Heizbedarfs
  • Vergleich der einzelnen Raumheizlasten mit den vorhandenen Bestandsheizkörpern unter besonderer Berücksichtigung einer maximalen Heizungsvorlauftemperatur von 55°C.
  • Identifizierung von Heizkörpern, mit zu geringer Leistung für einen effizienten Wärmepumpenbetrieb.
  • Berechnungen für den hydraulischen Abgleich

Interessiert?
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